Donnerstag, 2. Oktober 2008

Top 7 - die wichtigsten Regeln der Zeichensetzung

Zeichensetzung, speziell der Bereich Kommasetzung, bereitet dem einen oder anderen zweifellos hin und wieder Kopfzerbrechen. So manches Mal kann ein Komma gesetzt werden, an anderer Stelle muss eines stehen und im nächsten Satz darf keinesfalls ein Komma enthalten sein. Bei diesem Wirrwarr erscheinen sieben goldene Regeln der Zeichensetzung recht wertvoll und gut überschaubar:

1) Zusätze und Nachträge
Das Komma trennt nachgestellte Erläuterungen vom Hauptsatz ab. Eingeschobene Nachträge werden von Kommas eingeschlossen.
Beispiel: Das ist Peter, mein Freund.

2) Aufzählungen
Kommas werden zwischen gleichrangige Wörter gesetzt, wenn diese nicht durch ein „und“ oder „oder“ verbunden sind.
Beispiel: Sie wirkte unruhig, angespannt, unzufrieden.

3) Datums-, Wohnungs- und Literaturangaben
Sie werden immer durch ein Komma gegliedert. Da man diese Angaben als Aufzählungen oder als Fügungen mit Beisatz auffassen kann, ist das letzte (schließende) Komma vor der Weiterführung des Satzes freigestellt.
Beispiel: Er kommt am Mittwoch, dem 7. Mai(,) nach Hamburg.

4) Partizip- und Infinitivgruppen
Sie werden durch ein Komma abgetrennt, wenn sie
  • mit einem hinweisenden Wort angekündigt oder wieder aufgenommen werden;
  • als einem Substantiv oder Pronomen nachgestellte Zusätze oder Erläuterungen anzusehen sind;
  • als Infinitivgruppe mit um, ohne, statt, außer, als eingeleitet werden.

Beispiele: Genau so, mit viel Butter auf dem Toast, mag er es am liebsten. Sie, schwer verletzt, fiel vom Baum. Sie ging, ohne zu grüßen.


5) Bindewörter (Konjunktionen)
Bei nebenordnenden, entgegensetzenden und einschränkenden Konjunktionen (einerseits – andererseits; aber; sondern) wird immer ein Komma gesetzt. Ebenso zwischen Satzteilen, die durch aneinander reihende Konjunktionen verbunden sind (bald – bald; teils – teils; je – desto; halb – halb, nicht nur – sondern auch).
Beispiel: Wir waren glücklich, aber durchgefroren. Der Tag hat sich einerseits gelohnt, andererseits auch nicht.

Bei folgenden Konjunktionen wird jedoch kein Komma gesetzt: und; oder; beziehungsweise; entweder – oder; nicht – noch; sowie; sowohl – als auch; weder – noch.
Beispiel: Sie trug sowohl Handschuhe als auch Schal.

6) Hervorhebungen, Ausrufe, Anreden
Kommas werden gesetzt, wenn:
  • mit einem hinweisenden Wort angekündigte oder wieder aufgenommene Satzteile aus dem übrigen Satzzusammenhang hervorgehoben werden;
  • Ausrufe, kommentierende Äußerungen oder Bekräftigungen verwendet werden;
  • Wenn die Anrede vom übrigen Satz getrennt wird.

Beispiele: Deine Mutter, die habe ich gut gekannt. Ach, das ist aber schade! Das, meine Liebste, kann ich dir nicht zusagen.

7) Satzreihen und Satzgefüge
Hauptsätze werden in einer Aneinanderreihung von Sätzen durch Kommas getrennt. Ein Komma kann gesetzt werden, wenn die Sätze bereits durch nebenordnende Konjunktionen verbunden sind. Beispiel: Du gehst sofort(,) und wir kommen nach. Wenn die Hauptsätze jedoch durch entgegenstellende Konjunktionen (aber, doch, jedoch, sondern) verbunden sind, muss unbedingt ein Komma gesetzt werden.
Beispiel: Er nahm die Zeitung, aber er las nicht darin.

Das Komma steht immer zwischen einem Haupt- und Nebensatz. Eingeschobene Nebensätze werden von Kommas eingeschlossen. Und auch zwischen gleichrangigen (nebengeordneten) Nebensätzen steht ein Komma.
Beispiele: Ich freue mich, dass du wieder fröhlich bist. Über die Nachricht, dass du wieder gesund bist, habe ich mich gefreut. Wenn das wahr ist, wenn du den Kuchen wirklich nicht magst, dann brauchst du ihn auch nicht essen.

1 Kommentare:

K.Steinmetz Dipl.-Ing.(VDI) hat gesagt…

dann brauchst du ihn auch nicht essen

Wer brauchen ohne "zu" gebraucht, braucht brauchen garnicht zu gebrauchen.
claus